Zu den Stränden im Süden

Entspannen an einsamen Buchten

Donoussa Strände im Süden
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Erster Höhepunkt – der Kedros-Strand

 

Wir verlassen Stavrós auf der Teerstraße nach Osten. Rechts unten sehen wir das E-Werk (Öl) für die Insel und den Helikopterlandeplatz. Links erhebt sich auf der Kuppe die zweischiffige Kirche Panagiá. Nach der ersten Linkskurve verlassen wir die Straße nach rechts und folgen einem Schotterweg, der bald in einen steil in die Kedros-Bucht absteigenden, neu angelegten und gepflasterten Serpentinenpfad übergeht. Wir erreichen die Kedros-Bucht, nehmen ein erstes Bad in dem glasklaren Wasser und laufen dann hinter der Steinmauer, die den Strand von dem dahinter liegenden Feld abtrennt , zur Kedros-Bar. Hinter dieser sehr schönen Strandbar – für eine Einkehr ist es noch zu früh – geht es auf einem staubigen Feldweg zur Straße, die wir nach rechts überqueren. Jetzt gilt es den Einstieg in den alten Pfad nach Messará zu finden. Ein Steinmännchen zeigt an, dass wir die durch den Straßenbau entstandene steile Böschung hochklettern müssen. Nun geht es in weit ausgreifenden Serpentinen bergauf, durch einen mit niedriger Macchie bedeckten felsigen Berghang, der Weg ist teilweise mit Geröll bedeckt und schwierig zu laufen. Kein Mensch außer Touristen läuft diesen Weg noch – die Teerstraße nach Messará hat den alten Pfad nutzlos gemacht. Immer wieder zurückblickend auf die Kedros-Bucht und die Kirche Panagiá erreichen wir über einen Sattel den Weiler Messará, insgesamt vier Häuser in der typischen Kykladenarchitektur – Kuben mit Dachzisterne, teilweise weiß gekalkt, umrankt von blühenden Büschen und Bäumen.

 

Auf steilem Pfad zum Livadhi-Strand

 

Kurz vor dem ersten Gehöft biegen wir nach rechts mit einer Spitzkehre auf einen betonierten Weg ein, der uns durch das untere Gehöft auf die Teerstraße führt. Kein Mensch weit und breit, Hühner gackern, der Wind heult um die Ecken – Django-Country. Auf der Teerstraße müssen wir einige Meter abwärts laufen bis zu einer scharfen Rechtskurve. Hier biegen wir nach links in einen Feldweg ein, der in einem großen Bogen das Tal umrundet, das steil zum Meer abfällt. In die Hänge sind Terrassen gebaut, auf denen Ackerbau (Getreide) betrieben wird. Man fragt sich, wie die Bauern auf diese ausgesetzten Feldstücke gelangen können. Auf einer Anhöhe über dem Meer sehen wir die Überreste der „unteren Windmühle“, links grüßt auf einer anderen Anhöhe die „obere Windmühle“. Wir gelangen zu zwei Gehöften, das erste offensichtlich verlassen, das zweite noch als Unterkunft bei Feldarbeiten in Benutzung. Mehrer Maultiere starren zu uns herüber, willkommene Abwechslung beim Grasen auf den ausgedörrten Wiesen. Beim ersten Gehöft nehmen wir einen Feldweg nach links, auf dem wir bis in die Flanke eines steil zum Meer abfallenden Hanges laufen. Der Feldweg endet, wir setzen die Wanderung auf einem schmalen Pfad weiter, hoch über dem Meer, mit etwas mulmigen Gefühlen. Der Pfad ist gut zu erkennen, teilweise ausgesetzt, man muss schon aufpassen. Am Ende der Wanderung durch die Bergflanke gelangen wir zu einem Punkt, von dem wir tief unter uns den Livadhi-Strand sehen können – ein breiter Sandstrand mit leuchtend blauem Meer, dahinter Tamarisken und Olivenbäume, wenige Zelte im Schatten, am Ende der Bucht einige verfallene Bootsschuppen, einer noch in Gebrauch, passend zum Licht dieses Ortes blau gestrichen. Bevor wir jedoch dieses Paradies erreichen, müssen wir noch den Abstieg bewältigen. Jetzt gilt es besonders auf Steinmännchen und rote Farbkleckse auf den Steinen zu achten, da viele Ziegenpfade zu Irrwegen einladen. In Serpentinen, über Geröll, an wenigen Bäumen vorbei, teilweise hart an der Abbruchkante zum Meer erreichen wir schließlich den Strand.Unter einer Tamariske legen wir eine Pause ein, wechseln einige Worte mit jungen Griechen, die hier im Adamskostüm Schach spielen, mir Wasser anbieten, was für ein Leben ! Ein Bad im Meer ist angesagt, bevor es an den Aufstieg nach Mersiní geht.

 

Zur Quelle in Mersiní

 

Der Weg verlässt am östlichen Ende des Strandes die Bucht, zieht zunächst als geröllreicher Feldweg deutlich sichtbar auf einen Bergsporn, von dem aus der nächste Strand Fíkio zu sehen ist. Wir wenden uns nach links und gewinnen schnell an Höhe. Wie verlockend dieser breite Weg auch ist, wir verlassen ihn auf halber Höhe an einem Steinmännchen nach links und setzen unsere Wanderung auf dem alten Maultierpfad bergauf fort. Der Weg ist kaum zu verfehlen. Wie eine weiße Narbe zieht er sich den Hang hinauf, teilweise sind noch die alten Steinplatten erhalten, auf denen die Maultiere und Menschen sicher die scharfen Kalksteine vermeiden konnten, die das Bild der Oberfläche zwischen der Macchie bestimmen. Hinter einer Bergnase können wir die ersten Häuser von Mersiní sehen, die sich steil den Hang hinaufziehen. Unterhalb der Häuser erreichen wir jedoch erst einmal ein kleines Paradies – eine Quelle unter einer großen Platane, die mit weit ausladenden Ästen den Ort in ein Spiel aus Licht und Schatten taucht, mit Becken zum Tränken des Viehs, darin Goldfische, mit gemauerten Sitzbänken entlang des mit Steinplatten belegten Vorplatzes. Man spürt förmlich die Anwesenheit der Brunnengeister an diesem magischen Ort. Zwei Rohre spenden frisches Quellwasser, das u.a. zur Bewässerung der unterhalb gelegenen Gärten und Fruchthaine genutzt wird. Der Kontrast zwischen dieser üppigen grünen Oase und der umliegenden ausgedörrten Landschaft ist besonders eindrücklich. Wir trinken aus der Quelle, wir tauchen die Arme in die Wasserbecken und spüren die Erfrischung an Körper und Geist.

Nach einer ausgiebigen Pause nehmen wir die restlichen Meter des Aufstiegs in Angriff. Auf einem Betonweg erreichen wir an der Taverne „Tsi Tsi“ vorbei die Anhöhe mit der kleinen Kirche Agios Sofía. Vor dem stürmischen Wind, der uns fast den Hang hinunter treibt, nehmen wir Zuflucht im ummauerten Hof des Kirchleins. Angekommen. Auf dem Rückweg nehmen wir die Teerstraße bis zum Kedros-Strand. Sie hat den Vorteil der geringen Höhenunterschiede. Die Hoffnung von einem Auto mitgenommen zu werden erfüllt sich nicht – ein einziges Auto passiert uns während des gesamten Rückweges – und das fährt auch noch in die falsche Richtung.